Ausstellungen > Rückblick (Archiv)

9. Dezember 2012 bis 6. Oktober 2013

Sonderausstellungsräume Erdgeschoß

„Es war einmal“– 200 Jahre „Kinder- und Hausmärchen“ (1812·2012)

Die berühmteste Märchensammlung aller Zeiten und aller Länder erschien erstmals am 20. Dezember 1812 und ist bis heute das meistillustrierte und meistübersetzte Buch der deutschen Literaturgeschichte. Jacob und Wilhelm Grimm haben aber nicht nur ein erfolgreiches Erziehungs- und Kinderbuch geschaffen, mit den „Kinder- und Hausmärchen“ beginnt zugleich die moderne Märchen- und Sagenforschung.

Die Ausstellung dokumentiert die sammlerische und sprach-schöpferische Arbeit an den Märchen, die nach verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammengestellt und auf einen wunderbaren romantischen Erzählton gestimmt wurden. Untersucht und dargestellt werden Ursprung und Weiterentwicklung einiger der bekanntesten Grimmschen Märchen. Woher stammen die Märchen „Aschenputtel“ und „Rotkäppchen“, und welche Veränderungen haben die Grimms daran vorgenommen? Warum wurde Sneewittchens Mutter in späteren Auflagen zur Stiefmutter? Gefragt wird in der Ausstellung auch nach inhaltlichen und ästhetischen Einordnung der Grimmschen Märchen: handelt es sich um „Volksmärchen“, „Zaubermärchen“, „Kindermärchen“ oder gar „Kunstmärchen“?

Präsentiert werden neben historischen Dokumenten herausragende Zeugnisse der Märchenillustration aus drei Jahrhunderten. Vor allem für Kinder entwickelt wurden spezielle dreidimensionale Interpretationen der Märchen, die den Entwicklungsprozeß der Grimmschen Sammlung von ihrer Urfassung bis zur Ausgabe letzter Hand (1857) künstlerisch aufzeigen.

 

 

14. September bis 6. Oktober 2013

Sonderausstellungsräume · 1. Obergeschoß

Kinderzeichnungen aus Jaroslavl‘: Ein märchenhafter Wettbewerb

Das Brüder Grimm-Museum und die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. haben im Sommer 2010 im Historischen Museum in Jaroslavl‘ (Ярославль) eine große Brüder Grimm-Ausstellung mit mehr als 200 Exponaten organisiert. Im Gegenzug hat die dortige Kinderbibliothek eine Ausstellung mit Illustrationen zu den Grimmschen Märchen organisiert.

 

7. November 2012 bis 17. Februar 2013

Sonderausstellungsräume · 1. Obergeschoß

„Der Schuh ist zu klein ... “ - Märchenbilder von Markus Lefranςois

Ob Aschenputtel, Hänsel und Gretel oder Dornröschen: der Kasseler Künstler Markus Lefranςois präsentiert seine eigene Interpretation der bekannten Märchen. Gezeigt werden über 40 Originale und Skizzen. Lefranςois hat inzwischen für den Reclam-Verlag drei Märchenbücher illustriert, eine Illustrationsreihe in Zusammenarbeit mit der Deutschen Märchenstraße entwickelt und für die Firma Bahlsen eine Produktentwicklung erarbeitet. Die Ergebnisse seiner Arbeiten, die sich dem Thema Märchen aus einem neuen Blickwinkel nähern, können im Brüder Grimm-Museum bewundert werden.

 

23. Mai bis 4. November 2012

Sonderausstellungsräume · 1. Obergeschoß

„Märchenhaftes Hessen“ – Otto Ubbelohde als Märchenillustrator

In den Jahren 1906 bis 1909 erschien im Vorfeld des einhundertjährigen Jubiläums der „Kinder- und Hausmärchen“ im Leipziger Turm-Verlag eine von dem Marburger Künstler Otto Ubbelohde (1867-1922) vollständig illustrierte Gesamtausgabe, die bald in den Marbuger Elwert-Verklag übernommen – bis heute immer noch aufgelegt wird.

Die etwa 450 Federzeichnungen zu allen Märchentexten zeigen einen ausgesprochen hessisches Lokalkolorit, indem sie vor allem Landschaften in der Umgebung des Lahntales sowie hessische Trachten, einzelne Bauwerke und historische Stätten illustrativ zitieren. Dieses Werk hat in der Folge stark zur „Verheimatung“ (Bernhard Lauer) der Grimmschen Märchen ins Hessische beigetragen und beeinflußt bis heute einen Querschnitt durch das Märchenwerk Ubbelohdes und würdigt einen der wichtigsten und weltweit bekanntesten deutschen Märchenillustrator.

 

25. April bis 10. Juni 2012

Kabinett-Ausstellung · 2. Obergeschoß

„Die Worte um der Sache willen“ – 200 Jahre Begründung der Germanistik durch die Brüder Grimm

 

18. April bis 20. Mai 2012

Sonderausstellungsräume · 1. Obergeschoß

„Es war einmal“. Die wahren Märchen der Brüder Grimm und wer sie ihnen erzählte. Illustrationen von Albert Schindehütte

 

22. Januar bis 6. Mai 2012

Sonderausstellungsräume Erdgeschoß

Als das Wünschen noch geholfen hat – Zweihundert Jahre „Kinder- und Hausmärchen“

Eine Ausstellung der Brüder Grimm-Gesellschaft im Brüder Grimm-Museum Kassel

Die neu erarbeitete Ausstellung mit dem Titel „Als das Wünschen noch geholfen hat“ - 200 Jahre „Kinder- und Hausmärchen“ beleuchtet in einem ersten Ausstellungteil das Problem von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der Märchentradition und spannt dabei einen Bogen von der Antike bis zu den Brüdern Grimm. Gezeigt werden u.a. Handschriften, Erstausgaben und graphische Blätter, wobei insbesondere der Märchenüberlieferung in der klassischen Literatur (Amor und Psyche), in der orientalischen Tradition (1001 Nacht) sowie in Italien, Frankreich und Deutschland (Straparola, Basile, Perrault, Musäus, Tieck) breiter Raum gegeben wird. In einer Wandinstallation werden die „Kinder- und Hausmärchen“ und die Arbeit der Brüder Grimm daran von den ersten Märchenniederschriften und der sog. „Ölenberger Märchenhandschrift“ (1808, 1810) über die seit 2005 als „Weltdokumentenerbe“ der Unesco anerkannten Handexemplare (1812-15) vorgestellt.

In einem zweiten Ausstellungsteil wird die Überlieferungsgeschichte ausgewählter Märchen behandelt. Zu den präsentierten Märchen gehören u.a. „Dornröschen“, „Aschenputtel“, „Rapunzel“, „Rumpelstilzchen“ und „Von dem Fischer un syner Fru“. Anhand didaktischer Informationstafeln sowie weiteren Wand- und Vitrinenexponaten wird ein lebendiges Bild der Geschichte und Wirksamkeit dieser Märchen vermittelt.

Die Ausstellung belegt anschaulich, daß die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm trotz aller Kritik und trotz zahlreicher mit ihnen gestern wie heute konkurrierender Kinder- und Jugendbücher nichts von ihrer Faszination verloren haben und bis heute alle Generationen unserer Gesellschaft immer noch ansprechen.

 

Sonderausstellung II (Zweites Obergeschoß des Palais Bellevue)

„Wundervolle Märchenwelt, steig auf in alter Pracht . . .“
Die Brüder Grimm und die Romantik

13. Juni 2012 bis 30. Mai 2013

Ein wichtiges und wiederholt diskutiertes Thema der Grimmforschung ist das Verhältnis beider Brüder zu den verschiedenen Strömungen der deutschen Romantik, wurden Jacob und Wilhelm Grimm zu ihren Märchen- und Sagensammlungen und zur Beschäftigung mit der „altdeutschen“ Sprach- und Literaturgeschichte doch zuerst durch die romantischen Dichter Achim v. Arnim und Clemens Brentano angeregt. Dabei spielt der von Johann Gottfried Herder begründete Diskurs über „Volks-“ und „Kunstpoesie“ eine zentrale Rolle. In dieser noch bis 30.5.2013 präsentierten Kabinettausstellung werden verschiedene in den Sammlungen des Brüder Grimm-Museums und der Brüder Grimm-Gesellschaft schlummernde romantische Schätze sowie Leihgaben aus Privatbesitz gezeigt.